EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Kloster Bronnbach von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Die Trassenführung musste zwischen Gamburg und Bronnbach durch eine Talverengung auf die rechte Tauberseite ausweichen. Dafür mussten zwei Brücken über die Tauber und zwei Tunnel gebaut werden. Am 15. Oktober 1868 wurde der Streckenabschnitt einer zunächst eingleisigen Hauptbahn zwischen Hochhausen (Tauber) und Wertheim von den Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen (BadStB) in Betrieb genommen. Der Bahnhof verdankt wahrscheinlich im Wesentlichen seine Entstehung der Bekanntheit des Klosters im nahen gelegenen Ort.

Das Empfangsgebäude Kloster-Bronnbach

Das Stationsgebäude wurde 1868 in Betrieb genommen. Es wurde in Stilformen des romantischen Klassizismus aus rotem Buntsandstein auf T-förmigen Grundriss errichtet. Das Gebäude besaß einen giebelständigen, zweistöckigen Gebäudeteil, der durch einen traufenständigen, einstöckigen Gebäudeteil ergänzt wurde. Der Dachfirst an der Gleisseite wurde mit einem Glockenturm abgeschlossen. Ein Gurtgesims (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) mit Blendbögen trennte optisch die Stockwerke. Auch das Dachgesims (das oberste, das Bauwerk abschließende Gesims) hatte Blendbögen, die die Fassaden zum Dach abschlossen. Alle Stockwerke besaßen zum Teil gereihte Rundbogenfenster. Die Rahmen der Fenster und Türen waren aus Buntsandstein-rahmen gefertigt. Alle Dachgiebel hatten runde Fenster. Der traufenständige Gebäudeteil, in dem sich die Warteräume befanden, verfügte über einen überdachten Hausbahnsteig. Im giebelständigen Gebäudeteil waren der Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Diensträume untergebracht. Im Obergeschoss lag die Wohnung des Bahnhofsvorstehers. Nördlich des Stationsgebäudes gab es einen separaten Güterschuppen mit Kopf- und Seitenrampen sowie einer 40-Tonnen-Gleiswaage mit Lademaß. Ein separater Abort befand sich nördlich des Satationsgebäudes, der noch mindestens bis 1984 vorhanden war. Am Güterschuppen und an der nahen Tauberbrücke gab es jeweils einen Bahnübergang mit Schrankenwärterposten. Da der Bahnhof in einer Streckenkurve lag, war die Gleisanlage nicht sehr umfangreich. Neben einem Umfahrgleis mit Außenbahnsteig gab es Ladegleise zum Güterschuppen. Als Beispiele badischer Opulenz bei den Bahnhochbauten wurde das Stationsgebäude von Bronnbach wegen seinem steinernen Glockenstuhl in Art einer Kapelle gerügt. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 23. Oktober 1869 wurde der Streckenabschnitt zwischen Lauda und Königshofen (Baden) zweigleisig ausgebaut. 1971 wurde die Schrankenanlage am Güterschuppen durch eine Anrufschranke bedient. 1995 baute die Deutsche Bundesbahn (DB) die Gleisanlage bis auf des Streckengleis zurück und riss den Güterschuppen ab. Das Stationsgebäude wurde verkauft 2002 stufte die Deutsche Bahn AG (DBAG) den Bahnhof zum Haltepunkt zurück und benannte die Betriebsstelle in Kloster-Bronnbach um. 2016 versetzte die DBAG die Betriebsstelle in Richtung Tauberbrücke. Dort baute sie eine neue Haltestelle mit Bahnsteig, Wartehäuschen sowie Fahrkartenautomat. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude ist in seinen Grundzügen bis heute erhalten geblieben und steht unter Denkmalschutz.
Bilder Bronnbach
Bahnhof von 1868
Luftaufnahme
Bahnhof von 1868 Taubertalbahn Crailsheim Wertheim Planung und Konzession 161,18

Bahnstation Kloster Bronnbach