EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Urmitz von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) eröffnete ihr 13,33 Kilometer langes Teilstück auf der „linken Rheinstrecke“ von Weißenturm nach Koblenz am 15. November 1858. Der Haltepunkt Urmitz-Bahnhof gehörte zur Gemeinde Mühlheim und wurde am 1. Juni 1870 eröffnet. Auch in Urmitz gab es Bimssteinvorkommen, die bereits 1845 abgebaut wurden. Die Bimssteinindustrie erlebte durch die Eröffnung der linken Rheinstrecke und den Bahnhöfen Weißenturm und Urmitz einen rasanten Aufschwung. Der Bimssteinfabrikant Johann Elingshausen baute seine Villa unmittelbar neben dem damaligen Bahnübergang und dem Empfangsgebäude. Das Empfangsgebäude Urmitz Das 1876 eröffnete Stationsgebäude war ein giebelständiger, zweistöckiger Putzbau, der von zwei traufenständigen, zweieinhalbstöckigen Anbauten flankiert wurde. Die Stockwerke wurden optisch durch Gesimse getrennt und besaßen Segmentbogenfenster und Türen. Im Erdgeschoss befanden sich Fahrkarten-, Gepäck- und Expressgutabfertigung. In den seitlichen Anbauten gab es einen Warteraum sowie eine Bahnhofsgaststätte. Im Obergeschoss lag die Wohnung für den Stationsvorsteher. Nordöstlich des Stationsgebäudes war ein separater Güterschuppen mit Seitenrampen aus Fachwerk errichtet worden. Für den Güterverkehr war der Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar, da er keine Kopframpe (OK) besaß. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Zwischen 1916 und 1918 baute die Reichsbahn die Urmitzer Eisenbahnbrücke mit Fußgängerstegen über den Rhein. Bei den Umbaumaßnahmen wurde in jedem Bahnhofskopf ein Stellwerksgebäude errichtet. 1935 richtete die Deutsche Reichsbahn an der Brücke den Haltepunkt Urmitz- Rheinbrücke ein. Nach 1945 gab es einen großen Aufschwung der Bimssteinindustrie. Am 29. Mai 1958 begann die Verlegung der elektrischen Oberleitung auf der „linken Rheinstrecke“. Die Deutsche Bundesbahn (DB) baute in den 1970er-Jahren ein Stellwerksgebäude mit modernem Spurplan-Drucktastenstellwerk. Das Stationsgebäude befindet sich in Privatbesitz und wurde 2013 für ein “Bahnhofsfest” von der Stadt Mülheim-Kärlich renoviert. Der Bahnhof steht in der unmittelbaren Nähe zum stillgelegten Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich, dessen Kühlturm am 9. August 2019 kontrolliert gesprengt wurde. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude ist in seinen Konturen erhalten und war wie häufig bei der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft ursprünglich weiß verputzt. Bei allen Fenstern und Türen wurden die Rundbögen entfernt. Dadurch ging die Charakteristik des Gebäudes verloren.
Villa am “Bahnübergang” PANORAMA Linke Rheinstrecke Köln Hbf Mainz Hbf Bahnstation Urmitz Bahnstation Urmitz ahnbauten mehr zum Thema hier  B Planung und Konzession
Bilder Urmitz
Bahnhof 1876
Luftaufnahme
Bahnhof um 1910
Bahnhof 1876 Bahnhof um 1910