EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Wallhausen (Württ) von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Der Baurat Morlok bekam 1864 den Auftrag zur Projektierung der Bahn zwischen Crailsheim und Mergentheim. Für die „Verwaltungsgebäude“, so hießen die Stationsgebäude bei der Königlich Württembergischen Staats- Eisenbahnen (K.W.St.E.) fand ein variabler, meist zweistöckiger Typenbau im Bogenstil Verwendung, der mit einstöckigen Anbauten versehen werden konnte. Die kleinen Stationen besaßen Satteldächer. Die größeren Bahnstationen wie Schrozberg, Niederstatten, Weikersheim sowie Mergentheim erhielten Walmdächer. Durch die Verzögerung der Bauarbeiten durch den Krieg mit Österreich 1865, eröffneten die K.W.St.E. ihre 58,99 Kilometer lange Teilstrecke von Crailsheim über Wallhausen nach Bad Mergentheim am 23. Oktober 1869. Der Badische Streckenteil zwischen Königshofen (Baden) und Wertheim wurde von den Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen (BadStB) fertiggestellt und am gleichen Tag die 100,3 Kilometer lange Gesamtstrecke eröffnet.

Das Empfangsgebäude Wallhausen (Württ)

Das traufenständige, zweistöckige und symmetrische Stationsgebäude im Stil der Frührenaissance von 1869 aus Werkstein in Muschelkalkoptik mit Satteldach besaß den kleinsten Typenbau der „Taubertalbahn“. Die zwei großen gekuppelten, bogenförmigen Eingangstüren mit beidseitig jeweils einem Bogenfenster bestimmten die Optik des Erdgeschosses. Zwischen den Eingangstüren wurden drei eiserne Maueranker eingelassen. Die aus Backstein gemauerten Entlastungsbogen mit Schlussstein aus Muschelkalk über den Fenstern und Türen gaben dem Gebäude seine besondere Note. Im Obergeschoss waren drei gereihte (mit einem Rahmen zusammengefasst) Segmentbogenfenster mit Rahmen aus Muschelkalk und Fensterläden verbaut worden. Typisch für die Bahnbauten in Tauberfranken waren die an Orts- und Gleisseite aufgesetzten Dacherker, die württembergischen Wappentiere an den Giebelseiten und die verschnörkelte Umrahmung des Stationsnamens an drei Gebäudeseiten. Die beiden Giebelseiten des Gebäudes besaßen zwei Bogenfenster im Erdgeschoss und im Obergeschoss zwei gereihte Segmentbogenfenster mit Werksteinrahmen. Sie waren durch gemauerte Backsteine der Fenster-Firste mit beidseitigen Fensterläden versehen. Die Dachgiebel verfügten ebenfalls über ein gereihtes Rechteckfenster mit Fensterläden. Im Erdgeschoss gab es einen Eingangsraum, von dem links eine Treppe zum Obergeschoss wo sich die Wohnung des Bahnhofsvorstehers und sich rechts die Fahrkartenausgabe befand. Zur Gleisseite hin, gab es in der Mitte einen Gepäckraum, der von einem Warteraum und einem Postraum ergänzt wurde. Neben dem Stationsgebäude gab es einen etwas weiter nördlich liegenden, separaten Güterschuppen mit Seiten- und Kopframpe sowie zusätzlichem auskragenden Dach über dem Ladegleis. Ein Abtrittgebäude war ebenfalls errichtet worden. Die Gleisanlage bestand neben dem Hauptgleis aus einem Umfahrgleis mit Ladegleisen zum Güterschuppen. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse IV. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1985 stellte die Deutsche Bundesbahn (DB) den Personenverkehr ein und verkaufte das Stationsgebäude, das mittlerweile schon den dritten Besitzer hat. Am 15. Dezember 2013 wurde durch Druck einer Interessengemeinschaft der Personenverkehr im Bahnhof wieder aufgenommen. Dafür musste der Hausbahnsteig erneuert und mit einem Wartehäuschen versehen werden. Was hat sich verändert, was ist geblieben Bei der Sanierung des Empfangsgebäudes wurden im Obergeschoss Rechteckfenster verbaut und dem Fensterrahmen angepasst. Die Dachgaube wurde entfernt. Der Güterschuppen blieb erhalten. Der Bahnhof ist Teil der Sachgesamtheit „Württembergische Taubertalbahn“ mit Bahnhöfen, Nebengebäuden, Brücken, Gleisanlagen und sämtlichem stationären und beweglichen Zubehör, die unter Denkmalschutz gestellt wurden.
Planung und Konzession Taubertalbahn Crailsheim Wertheim Im Bau
Die Eisenbahn “kam” am 23. Oktober 1869 nach Wallhausen (Württemberg). Also 34 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Wallhausen (Württemberg) hatte zu diesem Zeitpunkt sehr wenig Einwohner (Ende 2020 waren es 3.730 Einwohner).
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Typenbau von 1869
Luftaufnahme
Bilder Wallhausen (Württ)
Typenbau von 1869

Bahnstation Wallhausen (Württ)