EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Weißenthurm von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) eröffnete am 15. August 1858 ihren Bahnhof an dem 24,16 Kilometer langen Teilstück der linken Rheinstrecke von Remagen nach Weißenturm (ursprünglich hieß die Station Nettershaus). Die Verlängerung von 13,33 Kilometer nach Koblenz wurde am 15. November 1858 in Betrieb genommen.

Das Empfangsgebäude Weißenthurm

Der traufenständige, zweistöckige Putzbau mit Fugenschnitt im Stil des Klassizismus wurde 1858 in Betrieb genommen. Das Gebäude wurde von einem einstöckigen und einem zweistöckigen Anbau flankiert. Alle Oberlichter der Fenster und Türen hatten Rundbogen. Das Gebäude verfügte über Räumlichkeiten für den Fürsten zu Wied, der häufig im Bahnhof zustieg. Im Stationsgebäude gab es Wartesäle für alle Klassen sowie die üblichen Schalter für die Fahrkarten, Expressgut und Gepäck. Ein Bahnhofsrestaurant versorgte nicht nur die Fürstenfamilie, sondern auch ein Buffet für die normalen Fahrgäste. Im Obergeschoss gab es Wohnungen für die Bahnbediensteten. Der Hausbahnsteig war nur am Fürstenanbau überdacht (Litho rechts oben). Der Inselbahnsteig war ebenfalls ohne Überdachung. Gegenüber dem Empfangsgebäude war ein Güterschuppen aus Fachwerk mit Kopf- und Seitenrampe errichtet worden. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Die 1851 gegründete Nette-Brauerei und die 1860 entstandene Schultheis-Brauerei sorgten schnell für einen wachsenden Güterumschlag. 1868 erhielt die linke Rheinstrecke ein zweites Streckengleis Ab 1860 betrieb die RhE eine Fähre zwischen Neuwied und Weißenthurm. Dadurch wurde Weißenturm auch zum Umsteigebahnhof zur rechten Rheinseite. Das dürfte der Grund für das große Empfangsgebäude gewesen sein. Da es um Weißenthurm größere Bimssteinvorkommen gab, wurden diese über den Bahnhof abtransportiert. Die Bimssteinindustrie erlebte durch die Eröffnung der linken Rheinstrecke und den Bahnhöfen Weißenturm und Urmitz einen rasanten Aufschwung. Bis 1873 trug der Bahnhof die Bezeichnung “Neuwied linksrheinischer Bahnhof”. Bis 1893 hieß der Bahnhof “Neuwied-Weißenturm”. 1895 wurden die Fürstenräume geschlossen. Um 1910 erhielt der Hausbahnsteig eine neue Überdachung und einen Personentunnel zum ebenfalls Überdachten Inselbahnsteig. Am 29. Mai 1958 begann die Verlegung der elektrischen Oberleitung auf der „linken Rheinstrecke“. Neben dem Stationsgebäude wurde ein modernes Stellwerksgebäude gebaut (wahrscheinlich in den 1970er-Jahren). Die Deutsche Bahn AG verkaufte das Stationsgebäude. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude ist in einem schlechten Zustand, steht aber unter Denkmalschutz.
PANORAMA Linke Rheinstrecke Köln Hbf Mainz Hbf Bahnstation Weißenthurm Bahnstation Weißenthurm Planung und Konzession
Bilder Nettershaus
Bahnhof Litho von 1901
Luftaufnahme
Bahnhof und Post um 1903
Bahnhof Litho von 1901 Bahnhof und Post um 1903 ahnbauten B Güterschuppen