EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Wetter (Ruhr) von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Der Bahnhof Wetter (Ruhr) lag an der Stammstrecke Wuppertal-Elberfeld - Dortmund, die am 20. Dezember 1848 für den Güterverkehr und am 9. März 1849 für den Personenverkehr von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn- Gesellschaft (BME) eröffnet wurde. 1849 eröffnete die Betriebsstelle Wetter.

Das Empfangsgebäude Wetter (Ruhr)

Das erste Bahnhofsgebäude entstand 1858. Es bestand zum Teil aus verschiefertem Fachwerk. Das zweistöckige Gebäude auf kreuzförmigen Grundriss hatte einen giebelständigen Mittelbau mit Satteldach. Das Dachgeschoss war ausgebaut. Es wurde von zwei traufenständigen, einstöckigen Flügelbauten flankiert, die ebenfalls Satteldächer besaßen. Auf der Gleisseite wurden alle Mauern aus Ziegelstein hergestellt. Nur der Hausbahnsteig besaß eine hölzerne Überdachung. Der Mittelbahnsteig diente nur als Notbahnsteig, der über einen ebenerdigen Fußgängerüberweg erreicht werden konnte. Außer dem Empfangsgebäude waren ein Güterschuppen mit Spitzdach und ein Toilettenhäuschen vorhanden. Die Gleisanlage im nördlichen Bahnhofsvorfeld bestand aus sechs Gleisen sowie zwei Stumpfgleisen, die zum Güterschuppen führten.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1858/59 wurde die Strecke zwischen Hagen und Witten zweigleisig ausgebaut. Dabei entstanden mehrere Gleisanschlüsse zu verschiedenen Industriebetrieben. Im Bahnhof entstand später ein einfaches Stellwerksgebäude mit Flachdach. Das Erdgeschoss war gemauert, das Obergeschoss aus Fachwerk. Das alte Stationsgebäude wurde 1905 durch einen Neubau ersetzt.

Das zweite Empfangsgebäude

In den Jahren 1904/05 erhielt der Bahnhof ein repräsentatives Stationsgebäudes im Stil des Historismus aus Ruhrsandstein. Ein Einstöckiger, traufenständiger Verbindungsbau mit asymmetrischem Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt), wurde von zwei dreigeschossigen Eckbauten flankiert. Auch diese waren asymmetrisch angeordnet. So gab es einen südlichen, traufenständigen sowie einen nördlichen, giebelständigen Eckbau mit Schmuckgiebeln und ausgebauten Dachgeschossen. Im Verbindungsbau befand sich rechts die Bahnhofsgaststätte und links der Fahrkarten- und Gepäckschalter. Im nördlichen Eckbau waren Diensträume und Wohnungen sowie im Erdgeschoss eine Verladerampe entstanden. Durch den angebauten Treppenturm konnten die Bahnbediensteten alle Etagen erreichen. Ein Personentunnel führte zum überdachten Mittelbahnsteig mit verzierten, gusseisernen Standardpfeilern. Am Ende des Bahnsteigs ist ein Stellwerk gebaut worden.

Weitere Ausbauten oder Änderungen

Der deutsche Kaiser besuchte am 10. August 1909 Wetter. 1994 wurde der Bahnhof an das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr angeschlossen. Bei den Bauarbeiten wurde die Bahnsteigüberdachung abgerissen. Im Jahr 2000 riss die Deutsche Bahn AG das Toilettengebäude und das Betriebsnebengebäude ab, um einem Parkplatz anlegen zu können Seit 2007 wird das Empfangsgebäude von der Stadtbücherei genutzt. Seit 2008 nutzt ein Gastronomiebetrieb die Räumlichkeiten der ehemaligen Bahnhofsgaststätte. Seit 2009 ist der Bahnhof ein Haltepunkt.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Eine Tafel erinnert an die Arbeiter, die hier bei der Niederschlagung des Kapp-Putsches im März 1920 ihr Leben ließen. Das seit 1988 unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude wurde aufwendig saniert.
Bilder Wetter
Bahnhof um 1890
Luftaufnahme
Bahnhof 1930
Bahnhof 1930 Bahnhof um 1890 Hagen - Dortmund Hagen Hbf Dortmund Hbf Bahnstation Wetter (Ruhr) Bahnstation Wetter (Ruhr) Planung und Konzession