EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Waldbröl von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Bahnstation Waldbröl (Rheinl) Bahnstation Waldbröl (Rheinl)

Bau und Streckeneröffnung

Mit der schmalspurigen „Bröhltalbahn“, die am 25. April 1863 eröffnet und am 6. September 1870 bis Waldbröl verlängert wurde, fuhr die erste Dampfeisenbahn in den Bahnhof Waldbröl ein. Die eingleisige „Wiehltalbahn“ wurde am 21. April 1897 von Osberghausen nach Wiehl vor den Königlich Preußische Staatseisenbahnen (K.P.St.E.) in Betrieb genommen. Auf dem zweiten und letzten 23,6 Kilometer langen Teilstück zwischen Wiehl und Waldbröl begann der Eisenbahnbetrieb am 15. Dezember 1906. Die Bahn wurde hauptsächlich zum Transport von Grauwacke und Holz genutzt.

Das Empfangsgebäude Waldbröl

Das asymmetrische Stationsgebäude im Heimatstil besaß einen giebelständigen, zweistöckigen Mittelbau und im Westen ein ebenfalls zweistöckigen, traufenständigen Anbau. Ein einstöckiger, traufenständiger Anbau schloss das Gebäude im Osten ab. Das Stationsgebäude hatte eine künstliche Vielfalt an Bauformen. Auf der Straßenseite gab es einen Windfang mit halbrundem Turm, in dem ein Treppenaufgang zum zweiten Stock führte. Das Obergeschoss war mit Schiefer verblendet. Das Stationsgebäude hatte Mansardenwalmdächer. Das Erdgeschoss bestand aus Grauwacke, die Fensterrahmen aus Sandstein. Im Erdgeschoss befanden sich der Warteraum mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie eine Bahnhofsgaststätte. Im Obergeschoss waren Wohnungen entstanden. Ein langer Güterschuppen mit Seitenrampen wurde im Osten des Gebäudes angebaut. Der befestigte Mittelbahnsteig war nicht überdacht. Die Gleisanlage des Kopfbahnhofs bestand aus insgesamt sieben Gleisen, wobei zwei zum Güterschuppen und zwei zum Lokschuppen führten. Im westlichen Bahnhofskopf gab es eine Viehverladerampe.

Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen

1936 erhielt der Bahnhof einen Stellwerksanbau auf dem Hausbahnsteig und dahinter eine kurze Bahnsteigüberdachung. Im östlichen Bahnhofskopf entstand ein Stellwerksbau. Nach der Einstellung des Personenverkehrs 1965 wurde die Stellwerkstechnik zurückgebaut und die Weichen im Handbetrieb gestellt. Am 30. September 1983 wurde die Betriebsgesellschaft der „Bröltalbahn“ aus dem Handelsregister gelöscht. In den 1990er-Jahren baute man die Räume im Gebäude in Wohnungen um. Der Güterverkehr auf der „Wiehltalbahn“ wurde bis 2010 von einigen Privatbahnen betrieben.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude ist weitgehend in seinem Zustand von 1906 erhalten und steht unter Denkmalschutz. Die Strecke wird als Museumsbahn zwischen Dieringhausen und Waldbröl genutzt. Im Bahnhof werden zeitweise Personenwagen abgestellt.
Bilder Waldbröl
Luftaufnahme
Planung und Konzession PANORAMA 296,0 Wiehltalbahn Osberghausen Waldbröl