EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Sichtigvor von der Gleisseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Nachdem die Kreise Brilon und Soest sich für eine Strecke entlang der Möhne ausgesprochen hatten, begann 1897 die Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) mit den Bauarbeiten an der 54,2 Kilometer langen, eingleisigen „Möhnetalbahn“ zunächst zwischen Belecke und Brilon. Sie wurde am 1. Dezember 1898 in Betrieb genommen. Die zweite Teilstrecke von Belecke über Sichtigvor nach Soest wurde am 1. Dezember 1899 eröffnet.

Das Empfangsgebäude Sichtigvor

Das Stationsgebäude lag in der Nähe des Klosters Mülheim. Es war ein Bauernhof der Familie Plesser, der sich direkt an der Bahntrasse befand. Das erklärt auch die Schräglage zum Streckengleis des Stationsgebäudes. Die Familie verpachtete das Gebäude an die WLE. Es wurde für die Belange der Bahn umgebaut und erhielt eine Gaststätte, Diensträume für die Bahnmitarbeiter sowie einen kleinen Güterboden. Das einstöckige Fachwerkgebäude mit Satteldach besaß einen weit herausragenden Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) ebenfalls aus Fachwerk, dessen Dachgeschoss ausgebaut war. Im Westen hatte das Gebäude einen Backsteinanbau (wahrscheinlich eine Stallung). Daran schloss sich ein traufenständiger, einstöckiger Backsteinbau mit Satteldach an. Das Gebäude verfügte über rechteckige Sprossenfenster. Die Gleisanlage bestand aus dem Hauptgleis und einem Ladegleis an der Freiladestraße. Hier wurden Koks, Kohle und Grubenholz sowie landwirtschaftliche Produkte umgeschlagen. Weitere Ausbauten oder Änderungen 1960 wurde der Personenverkehr auf der „Möhnetalbahn“ eingestellt. 1970 stellte die WLE den Güterverkehr zwischen Soest und Belecke ein. Danach wurden die Gleise zurückgebaut. Der „Pengel-Anton-Radweg“ wurde bereits zwischen 1975 und 1983 ausgebaut. Am 19. April 2013 wurde der „Pengel-Anton-Radweg“ zu einem offiziellen Radwanderweg. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude wurde verkauft und vom Käufer saniert. Dabei entstand der große, westliche und verputzte Gebäudeteil mit Walmdach, der vormals auch das Stallgebäude umfasste. Es wird heute als Ausflugslokal genutzt. Der neue Eigentümer lies 2003 und 2009 jeweils einen musealen Personenwagen sowie weitere Eisenbahnrelikte entlang des Radweges aufstellen. Jedes Ausstellungsstück besitzt eine eigene Beschreibung. Dieses kleine, aber sehenswerte „Museum“ soll an die ehemalige „Möhnetalbahn“ erinnern.
Bahnhof um 1900
Luftaufnahme
Bilder Sichtigvor
Bahnhof um 1900 Planung und Konzession PANORAMA Möhnetalbahn Soest Brilon Wald

Bahnstation Sichtigvor

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